Die sechsteile Miniserie "RESET - wie weit willst du gehen?" startet am 7. März 2024 in der ZDFmediathek

2. Februar 2024

Ab 7. März 2024 startet die sechsteilige Serie „RESET – wie weit willst du gehen?“ in der ZDFmediathek. Die analoge Ausstrahlung erfolgt ab 11. März 2024 im ZDF:

11. März 2024 um 20.15 Uhr: Folgen 1 und 2
13. März 2024 um 20.15 Uhr: Folgen 3 und 4
14. März 2024 um 20.15 Uhr: Folgen 5 und 6

Was würde man in seinem Leben ändern, wenn man die Chance hätte, in die Vergangenheit zu reisen? Die Miniserie erzählt genau davon – von einer Frau, die bereit ist, sich und ihre privaten und beruflichen Entscheidungen zu hinterfragen, um das Leben ihrer Tochter zu retten.

Von links: Flo Bohringer (Katja Riemann), Luna Bohringer (Hannah Schiller) ZDF/Tina Krohn / [M] Lukas Hertlein

RESET Serie Gaumont ZDF

Inhalt

Eines Abends zerbricht die vermeintlich perfekte Welt von Flo Bohringer, der erfolgreichen TV-Moderatorin und bekannten Feministin: Sie findet ihre 15-jährige Tochter Luna tot in deren Zimmer auf. Trauer und Schuldgefühle lassen Flo verzweifeln. Doch eine Zeitreiseagentur ermöglicht ihr in die Vergangenheit zu reisen und Lunas Suizid zu verhindern. Für ihr Ziel, nicht nur ihre Tochter zu retten, sondern ihre beiden Kinder Luna und Carlo zu stärkeren und aus ihnen glücklichere Menschen zu machen, geht Flo das Wagnis ein. Dabei hinterfragt sie zunehmend ihr Verhalten als berufstätige Mutter und ihren eigenen Karriereweg. Sie ändert frühere Entscheidungen und löst damit neue herausfordernde Ereignisse aus, die sie immer wieder an ihre Grenzen bringen.

Ein hoffnungsvoller Unterton

Statement der Produzent:innen Sabine de Mardt und Andreas Bareiss

In „RESET – Wie weit willst du gehen?“ stürzt der Suizid der Tochter die Familie in tiefste Verzweiflung. Trauer, Ohnmacht, Wut und Schuldgefühle – miteinander durchleben die Protagonisten ein Auf und Ab an Emotionen, die kaum zu bewältigen zu sein scheinen. Uns war es umso wichtiger, den Charakteren dieser dramatischen Geschichte einen hoffnungsvollen Unterton mit auf ihre Reise zu geben.

Die Vorlage von „RESET – Wie weit willst du gehen?“ stammt von den beiden kanadischen Drehbuchautoren Jean-François Asselin und Jacques Drolet. Für die deutsche Adaption haben die Autorinnen Ingrid Kaltenegger und Mika Kallwass die Drehbücher geschrieben. Der Gedanke, welche (Lebens)-Entscheidungen man anders treffen würde, würde mannoch einmal vor die Wahl gestellt werden, ist faszinierend und hat uns als Produzenten sofort in den Bann gezogen. Als Setting für die Serie dient uns das urbane und pulsierende Berlin mit seiner Vielfalt an Bewohnern.

Es ist uns sehr wichtig, dass die Serie Suizidprävention unterstützt. Dafür haben wir von der Vorbereitung des Films bis zur Endfertigung eng mit einer psychologischen Fachberaterin zusammengearbeitet. Sie hat alle Drehbücher gelesen und alle Schnittfassungen geprüft, um sicherzustellen, dass Handlung und Erzählweise eine präventive Wirkung haben. Darüber hinaus gab es allgemeine Briefings für Crew und Cast vor Drehbeginn sowie Angebote für Einzelgespräche zwischen der Fachberatung und den Schauspielerinnen und Schauspielern.

Eine hochemotionale Miniserie

„RESET – Wie weit willst du gehen?“ ist eine hochemotionale Miniserie, die im Gewand der Zeitreise davon erzählt, wie eine Mutter versucht ihr Kind zu retten. Mit der Frage „Lässt sich das Leben ändern, wenn man in der Zeit zurückreisen kann?“ folgen wir Katja Riemann und Hannah Schiller in der ganz persönlichen Geschichte ihrer Figuren und erzählen gleichzeitig über tiefsitzende Geschlechter-Rollenbilder und die Herausforderungen, mit denen Frauen heute konfrontiert sind.

Heike Hempel, Hauptredaktionsleiterin Fernsehfilm/Serie II

 

Das Ringen um den richtigen Weg

Die Hauptfigur Flo Bohringer ist unkonventionell, unverblümt, ungeduldig. Sie setzt sich mit Humor und Hartnäckigkeit für Gleichberechtigung ein. Ihren Erfolg hat sie sich hart erarbeitet. Sie erwartet Stärke und Autonomie von sich und anderen, vor allem von anderen Frauen, inklusive ihrer eigenen Tochter Luna. Doch als Luna durch Suizid stirbt, droht selbst diese Kämpferin den Glauben an ihr Recht auf eigene Ziele und Träume zu verlieren. Die Suche nach den Ursachen für den Schmerz ihrer Tochter führt Flo immer tiefer in die Vergangenheit und schließlich zu der Überzeugung, ihren beiden Kindern als berufstätige Frau mit Karriere nicht gerecht geworden zu sein. Sie fühlt sich so sehr verantwortlich für das Glück ihrer Kinder, dass sie dafür fortan all ihre eigenen Bedürfnisse zurückstellt.

„RESET – Wie weit willst du gehen?“ erzählt lebendig und voller Hoffnung von Flo Bohringers Ringen um den richtigen Weg und verhandelt dabei relevante Fragen: Warum glaubt sie, sich zwischen Karriere und Familie entscheiden zu müssen? Wäre ein Mann in derselben Situation ebenso reflexhaft in diese Selbstzweifel verfallen? Ist es tatsächlich Flos Opfer, das ihre Tochter rettet? Steckt hinter überzogenem Verantwortungsgefühl nicht auch mangelndes Vertrauen in die Stärke der Kinder? Was macht unsere Kinder stark?

Die Miniserie „RESET – Wie weit willst du gehen?“ gibt keine einfachen Antworten, sondern macht aus diesen Fragen emotionale und spannende Unterhaltung.

Kristl Philippi, Redakteurin Hauptredaktion Fernsehfilm/Serie II

Flo Bohringer (Katja Riemann, r.) hofft, dass der Liebeskummer ihrer Tochter Luna (Hanna Schiller) bald vorbeigeht. (Foto: Tina Krohn)

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„Ich durfte die Rolle gestalten, wie ich sie gesehen habe“

Interview mit Schauspielerin Katja Riemann

Ihre Rolle Flo Bohringer ist eine erfolgreiche Moderatorin, die – bis zum tragischen Suizid ihrer Tochter – nach außen hin das perfekte Leben zu haben scheint. Was hat Sie an der Rolle gereizt?

Die Komplexität der Figur, die Beziehung zu der Tochter und überhaupt die gesamte Idee der Geschichte. Sich zu fragen: Was ist es, was ich ändern würde, zu welchem Moment würde ich reisen, um etwas zu überschreiben, mit welcher Hoffnung ginge ich dorthin, das ist schon sehr besonders und herausfordernd gewesen. Ich bin dankbar dafür, dass man mir diese Rolle anvertraut hat. Und ja, natürlich musste ich dafür vorsprechen, sie wurde mir nicht zugeworfen.

Ihre Figur erleidet als Mutter einen äußerst schmerzlichen Verlust. Welche Emotionen haben Sie während der Dreharbeiten und auch danach noch durchlebt?

Das ist natürlich eine sehr intime Frage. Aber ich kann Ihnen sagen, dass ungefähr zwei Wochen vor Drehende meine Nieren ausflippten und schmerzten, dass ich mich kaum bewegen konnte. Meine Osteopathin war es, die mir sagte, dass die Nieren nicht nur für die physiologische Entgiftung des Körpers verantwortlich sind, sondern auch für die emotionale. Vermutlich dachten meine armen Nierchen, dass ich in einer Lebenskrise sei. Sie wussten ja nicht, dass alles gespielt war. Denn im Moment des Spiels sind wir ja ganz wahrhaftig. Es ist ja unser Körper als Schauspielerin oder Schauspieler, unsere Gefühlswelt, die wir den Figuren zur Verfügung stellen. Eine Woche nach den Dreharbeiten ungefähr waren meine Nieren wieder in Ordnung.

Wie empfanden Sie das Zusammenspiel mit Hannah Schiller, die in der Serie die Tochter Ihrer Figur verkörpert?

Die Zusammenarbeit mit Hannah war wunderbar und wir sind schnell sehr innig gewesen, sind es nach wie vor, und konnten gut zusammen spielen und auch gemeinsam Dinge vorbereiten und ausprobieren. Sie ist eine fantastische junge Schauspielerin, von der man sicher noch viel hören und sehen wird.

Flo lernt im Laufe der Serie, mehr im Moment zu leben und nicht mehr alles kontrollieren zu wollen. Fällt es Ihnen selbst leicht, loszulassen, abzuschalten? Was tun Sie privat zur Stressbewältigung und als Ausgleich?

Ja, ich kann loslassen und ich kann schlafen und habe inzwischen verstanden, dass das nicht so selbstverständlich ist. Für viele Menschen stellt der Nachtschlaf eine echte Herausforderung dar. Darüber hinaus beschäftige ich mich seit einiger Zeit mit Meditation, die mich in dieser herausfordernden Zeit stark begleitet und gestützt hat. Vielen Dank, dass Sie fragen.

Würden Sie selbst den Dienst von „Plan B“ nutzen, wenn Sie die Chance hätten?

Ja, würde ich. Das war, wie man sich unschwer vorstellen kann, während der fast viermonatigen Dreharbeiten ein wiederkehrendes Thema zwischen uns in Team und Cast. „Würdest Du?“, „Und wohin?“, „Und warum?“ und so weiter. Am Ende sind immer mehr „abgesprungen“ und wollten nicht mehr zeitreisen, vielleicht weil sie realisierten, dass ihr Leben, wenn man es auf diese Weise auf die Prüfung stellt, letztlich doch sehr schön ist oder zumindest nicht aus der Hand zu laufen droht.

Es waren sicher herausfordernde Dreharbeiten – trotzdem: Welche Momente haben Sie als beglückend empfunden und erlebt?

Oh, sehr viele. Ich liebe meinen Beruf. Ich spiele einfach wahnsinnig gern und beschäftige mich mit Figuren und den Beziehungen der Figuren untereinander, mit schauspielerischen Mitteln und der Frage, wie man letztlich abstrakte Vorgänge sichtbar, fühlbar, nachvollziehbar macht für die Zuschauenden. Oder manchmal auch einfach nicht. Zuerst, wie ich schon sagte, war und bin ich sehr glücklich, dass ich diese Rolle spielen durfte. Dass ich sie so gestalten durfte, wie ich sie gesehen habe. Die Arbeit mit der Regie und dem Buch war intensiv und daher schön. Unsere Kamerafrau Jieun Yi hat mich täglich beglückt und auch all die vielen anderen Menschen, die täglich ans Set kamen und voll Leidenschaft und Achtsamkeit ihren Beruf ausübten. Als wir eine sehr emotionale Szene drehten, haben wir zusammen geweint, weil jeder und jede an einem anderen Punkt abgeholt wurde und unser Clapper konnte nicht mehr sprechen, weil er so weinen musste. Das ist natürlich traurig, aber eigentlich auch wunderbar, weil wir so nah aufeinandersaßen und miteinander diese Szene wuppten, egal ob vor oder hinter der Kamera. Ich glaube, es ist ein großes Privileg, seine Arbeit zu lieben.

Flo Bohringer (Katja Riemann, r.) ist überwältigt, ihre Tochter Luna (Hannah Schiller, l.) nach der Zeitreise lebendig in der Küche anzutreffen. (Foto: Tina Krohn)

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„Mir war klar, dass ich bei diesem Projekt auf mich aufpassen musste“

Interview mit Schauspielerin Hannah Schiller

Sie spielen in der Serie Luna Bohringer. Beschreiben Sie bitte Ihre Rolle. Welche Parallelen und Unterschiede zu Ihrer Figur sehen Sie?

Luna ist ein hoch emotionales Kind auf dem Weg zur jungen Erwachsenen. Sie hat Schwierigkeiten, mit ihren Empfindungen umzugehen, was sich dann oft in Form von Aggressionen anderen und sich selbst gegenüber äußert. Sie möchte sich frei machen von ihrer erfolgreichen Mutter und Familie und versucht, ihren eigenen Weg zu finden. Auch ich bin, wie die meisten Menschen, auf der Suche nach meinem Weg und finde jeden Tag viel Neues über das Leben und mich selbst heraus. Ich gehe allerdings, auch früher schon, sehr anders mit meinen Empfindungen um als Luna. Grundsätzlich bin ich beispielsweise kein Mensch, der in Konfliktsituationen laut wird oder einem hohen Maß an Aggressionen oder Wut Raum geben muss. Dennoch gebe auch ich Emotionen gerne Raum, vor allem natürlich in der Schauspielerei.

Was war für Sie die größte Herausforderung, Luna zu verkörpern? Hat Ihre Rolle Ihre Sichtweise auf das Thema psychische Gesundheit beeinflusst?

Gleich zu Beginn der Arbeit an der Serie war mir klar, dass ich bei diesem Projekt auf mich aufpassen musste. Die Herausforderung ist weniger, sich zu Beginn des Drehtags in Luna hineinzufühlen als am Ende auch wieder herauszukommen.  Es war mir wichtig, dass ich all die negativen Emotionen, die ich durch Luna den ganzen Tag verkörpert habe, nicht in mein Privatleben und meine Zwischenmenschlichkeit mit meinen Freunden mitzunehmen und mich selbst die ganze Zeit traurig oder aggressiv zu fühlen. Da bin ich sehr froh über mein gutes Umfeld, das mir sehr dabei geholfen hat. Auch vor dem Dreh hatte ich mich schon mit dem Thema psychische Gesundheit befasst. Erstens, weil ich denke, dass jeder das tun sollte, um auf die eigene Gesundheit zu achten. Dabei muss es ja nicht direkt um das Thema Depressionen gehen. Auch kleinere Themen können einen ja schon sehr beschäftigen. Außerdem habe ich mehrere Freunde, die unter Depressionen leiden oder litten und kam dadurch schon mehrfach mit dem Thema in Berührung. Meine Sichtweise darauf hat sich nicht geändert, ich hatte auch vor dem Dreh schon sehr viel Verständnis dafür.

Die Mutter-Tochter-Beziehung ist ein großes Hauptaugenmerk der Serie. Luna fühlt sich von ihrer Mutter unter Druck gesetzt. Wie weit darf Mutterliebe denn gehen? Können Sie Lunas Handlungen nachvollziehen?

Da ich selbst keine Kinder habe, bin ich der Meinung, nicht wirklich darüber urteilen zu können, ob und wann Mutterliebe zu weit geht, weil Muttersein sehr anders ist als übers Muttersein zu spekulieren. Dennoch kann ich nachempfinden, warum Luna sich von ihrer Mutter in ihrer Freiheit und Entwicklung eingeschränkt fühlt. Ich bin allerdings der Meinung, dass Flo, wenn sie auch teilweise übergriffig handelt, Luna stets mit Respekt und Verständnis begegnet. Das, denke ich, ist sehr wichtig für die Zwischenmenschlichkeit zwischen Mutter und Tochter. Lunas Handlungen kann ich nachempfinden, was ja auch meine Aufgabe an diesem Projekt war. In ihrer Erlebniswelt und aus ihrer Sicht ergibt das alles Sinn bzw. fühlt sich richtig an.

Basierend auf der psychologischen Beratung, die Sie bei den Dreharbeiten hatten: Konnten Sie für sich persönlich etwas daraus mitnehmen?

Ich würde nicht unbedingt sagen, dass die Dinge, die Luna lernt, mir neu waren. Nichtsdestotrotz ist es eine besondere Erfahrung, sich so sehr in die Verzweiflung und Traurigkeit bis hin zu der Entscheidung, sich das Leben zu nehmen, hineinzufühlen. Es hat mir eine noch höhere Sensibilität für psychische Erkrankungen gegeben und für die wesentlichen Dinge des Lebens. Ich würde sagen – Selbstliebe gehört dazu und damit die Erkenntnis, wie vielen Menschen es daran fehlt und welche Probleme dadurch entstehen können. Außerdem habe ich durch die Beschäftigung mit einem negativen Mindset gelernt, wie wichtig positives Denken ist. Das Leben kommt, wie es kommt, und vieles davon kann man nicht beeinflussen. Was man aber beeinflussen kann, sind die inneren Narrative im eigenen Kopf und die Art und Weise wie man über die Dinge denkt – welches Gewicht man negativen Ereignissen gibt und wie sehr man sich über Positives freut.

Wie war die Zusammenarbeit mit Katja Riemann, die in der Serie Ihre Mutter Flo Bohringer spielt?

Wenn ich über die Antwort auf diese Frage nachdenke, spüre ich eine große Wärme und Freude darüber, dass ich diesen Dreh mit Katja zusammen erleben durfte. Als ich sie das erste Mal beim Casting traf, habe ich mich sehr gefreut, mit ihr zusammen spielen zu können – erstmal allein wegen des Schauspielerlebnisses. Zu diesem Zeitpunkt konnte ich ja noch nicht wissen, dass wir auch zwischenmenschlich eine besondere Verbindung haben würden. Direkt von Anfang an, selbst als ich noch nicht für die Rolle Luna besetzt war, begegnete Katja mir auf Augenhöhe und nahm, trotz der Jahre an Lebens- und Arbeitserfahrung, die sie mir voraus hat, all meine Gedanken und Worte sehr ernst. Katja hat mich vom ersten Tag an mit einem offenen Herzen empfangen und ich hatte das Gefühl, dass ich sehr frei sein konnte, sowohl vor der Kamera als auch dahinter. Der Dreh war teilweise wirklich herausfordernd und ich bin froh, dass Katja und ich uns in dieser Zeit unterstützt haben, sowohl in unserer Arbeit als auch persönlich. Mit ihr zusammen zu spielen ist erfüllend, weil sie frei und intuitiv spielt, wodurch in jedem Take Neues entsteht und es sich immer wieder anfühlt, als würde man die Szenen zum ersten Mal spielen. Katja ist ein sehr ehrlicher und hilfsbereiter Mensch mit einem ausgeprägten Gerechtigkeitssinn und unterstützt, auch am Set, Menschen in schwächeren Positionen, die sich vielleicht nicht selbst helfen können. Das fand ich wirklich inspirierend. Durch sie habe ich viel dazugelernt, auch darüber, für sich und die eigene Arbeit einzustehen. Ich denke, Katja und ich werden uns noch lange auf unseren Lebenswegen begleiten und eine sehr besondere Freundschaft teilen, für die ich besonders dankbar bin.

Luna fängt im Laufe der Serie mit dem Tanzen an und findet auch Gefallen daran. Wie leicht oder schwer fiel es Ihnen, die Choreografien zu lernen?

Ich habe eine große Freude an Bewegung und Aktivität, weil ich sehr viel Energie habe. Dementsprechend bin ich ein bewegungsbegeisterter Mensch, mit Tanzen und Choreografien hatte ich jedoch nur wenig Erfahrung. Es war für mich eine neue Herausforderung, in kürzester Zeit alle Choreografien und Bewegungen zu lernen. Ich finde das aber toll, Neues zu lernen, insbesondere für meine Rollen, und habe mich deshalb auf die Herausforderung gefreut. Es fiel mir dann im Endeffekt eigentlich gar nicht schwer, weil die Tanzgruppe sehr nett war und auf mich geachtet hat. In wenigen Stunden hatten wir die Choreografie erarbeitet und es sogar geschafft, dass der Unterschied zwischen mir und den anderen kaum auffällt. Ich würde sagen, sportlich liegt meine persönliche Leidenschaft beim Hockey und im Laufen, und generell bin ich besonders leidenschaftlich für kreative Prozesse wie Zeichnen, Malen und Filmemachen.

Würden Sie selbst den Dienst von „Plan B“ nutzen, wenn Sie die Chance hätten? Wenn ja, warum bzw. wenn nein, warum nicht?

Ich bin zufrieden mit sehr vielen Dingen, die ich aktuell in meinem Leben habe. Es mag sein, dass man mit einer Zeitreise andere Bereiche oder Erlebnisse verbessern könnte, aber ich würde all das Positive in meinem Leben nicht dafür aufs Spiel setzen wollen, diese Dinge zu verändern. Ich bin fest davon überzeugt, dass die weniger schönen Erfahrungen genauso zu mir gehören wie das, was ich so schätze an meinem Leben. Generell denke ich, dass ich ein großes Glück habe mit dem Leben, in das ich hineingeboren wurde und den Grundvoraussetzungen, die es mir bietet. Ich brauche die Dienste von Plan B dementsprechend gar nicht (lacht).

Flo Bohringer (Katja Riemann, 2.v.l.) macht mit Ex-Mann Jens (Thomas Loibl, l.) und ihren Kindern Luna (Hannah Schiller, 2.v.r.) und Carlo (Paul Ahrens, r.) einen Ausflug. Die Spannungen zwischen Flo und Luna lassen sich auch hier nicht ganz vergessen. (Foto: Tina Krohn)

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„Auch schlimme Erfahrungen formen uns als Menschen“

Interview mit Schauspieler Paul Ahrens

Sie spielen in der Serie Carlo Bohringer, Lunas Bruder. Beschreiben Sie ihn bitte und seine Beziehung zu Luna?

Trotz seiner vielen Talente und Erfolge steht Carlo häufig im Schatten seiner jüngeren Schwester Luna, die stets mit neuen Problemen und Sorgen die Aufmerksamkeit der Familie auf sich zieht. Damit hat Carlo sich zwar mittlerweile abgefunden, in Momenten der Unsicherheit wird jedoch deutlich, dass er damit zu kämpfen hat. Auch wenn Carlo einen gewissen Groll gegen seine Schwester hegt, stehen die beiden in tiefer Verbundenheit zueinander, die besonders dann deutlich wird, wenn es hart auf hart kommt.

Die Serie deckt viele emotional schwere Themen ab. Wie haben Sie sich darauf vorbereitet?

Es war toll, vor dem Dreh die Familienkonstellation zu erarbeiten und auch die Geschwisterbeziehung mit Hannah Schiller zu erforschen. Bei den Dreharbeiten hat man sehr schnell gemerkt, was für emotional herausfordernde Themen wir behandeln. Die Szenen haben einen oft mitgenommen und noch einige Zeit begleitet. Es war jedoch schön zu sehen und fühlen, wenn diese Szenen funktionieren. Wir hatten ein sehr einfühlsames Team, das die Gefühle, die am Set entstanden, zugelassen und ihnen Raum gegeben hat. Dementsprechend liefen auch hinter der Kamera regelmäßig die Tränen. Das hat uns als Team zusammengeschweißt und uns Schauspielenden den Raum und die Sicherheit gegeben, mit Herz und Seele in die Szenen hineinzugehen. Die Dreharbeiten waren eine emotionale Achterbahn und dadurch sehr herausfordernd. Nach drei Monaten in Carlos Haut war ich froh, wieder in meine eigene zurücktreten zu können und das Familienschicksal der Bohringers hinter mir zu lassen.

Carlo ist sehr sportlich und auch sehr technikaffin. Erkennen Sie sich darin wieder?

Carlos Fähigkeiten beeindrucken mich und ich würde gerne von mir behaupten, ich wäre ebenso bewandert wie er in diesen Bereichen. Leider bin ich das aber nicht. Meine Fähigkeiten liegen eher im kreativen und sozialen Bereich, womit ich mich in meinem Leben aber auch sehr wohl fühle. Vermutlich könnte ich bei einem Ausbleiben eben dieser Ambitionen meinen Job gar nicht so ausführen wie ich es tue. Und das würde ich sehr missen.

Würden Sie selbst den Dienst von „Plan B“ nutzen, wenn Sie die Chance hätten?

Aktuell ganz klar, nein. Auch schlimme Erfahrungen formen uns als Menschen und im besten Fall schafft man es, daran zu wachsen. Das gilt natürlich nicht grundsätzlich. Bei vielen schrecklichen Dingen auf der Welt wäre es mit Sicherheit ein Segen, diese Chance zu haben. Dann bleibt jedoch die Frage offen, wer beurteilen darf, was man rückgängig machen darf und was nicht. So eine Entscheidung ist meistens egoistischer Natur, worüber man sich im Klaren sein sollte. Was für den einen eine positive Veränderung bedeuten würde, könnte für einen anderen der Ruin sein. Bei dieser Serie lernen wir – die Vergangenheit beeinflusst auch die Zukunft. Über das Ausmaß der Veränderung in der Zukunft können wir uns im Voraus allerdings nie bewusst sein. Und sobald wir erkennen, was sich verändern wird, ist es auch schon zu spät.

Wie die Situation für mich aussehen würde, bekäme ich dieses Angebot direkt nach so einem Schicksalsschlag, weiß ich jedoch nicht. In solchen Schockzuständen kann man das Gesamtbild oft nicht einschätzen, und ich würde wahrscheinlich ähnlich wie Flo Bohringer handeln.

Flo Bohringer (Katja Riemann, r.), ihr Ex-Mann Jens (Thomas Loibl, 2.v.l.) und dessen Partnerin Kati (Annika Kuhl, l.) haben Luna (Hannah Schiller, 2.v.r.) wegen ihrer Depression in eine psychiatrische Klinik gebracht. (Foto: Tina Krohn)

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„Ein Spiel des ‚Was wäre, wenn…?'“

Drei Fragen an Schauspieler Thomas Loibl

Sie spielen Jens Koska, den Ex-Mann von Flo Bohringer. Beschreiben Sie bitte Ihre Rolle.

Jens Koska, Anfang 50, mit einer gewissen akademischen Laufbahn als Dozent für Literaturgeschichte, ist ein eher besonnener Mensch mit einem starken Harmoniebedürfnis. Der aber auch, wenn es gar nicht mehr anders geht, versucht, seinen Standpunkt zu vertreten. Vielleicht ein typischer Vertreter seiner Generation, die die althergebrachten Gesellschaftsmodelle von Familie, Geschlechter, Beruf und Karriere ganz selbstverständlich offener und gleichberechtigter leben möchte. Dass dies wiederum ganz andere Herausforderungen birgt, ist Teil unserer Erzählung.

So ist die Patchwork-Situation, in der sich Familie Bohringer-Koska befindet, immer auch der Grund für eine ganze Reihe von Konflikten. Jens und Flo leben getrennt. Er zieht mit seiner neuen Frau aber nur eine Etage höher in eine Wohnung im selben Haus. Die beiden Kinder können selbst entscheiden, wo sie ihre Zeit verbringen wollen. Mit seinem Sohn Carlo hat Jens ein sehr gutes und vertrautes Verhältnis, sie verbindet die eher passive Rolle, die beide einnehmen gegenüber Flos starker Impulsivität, die den Takt vorgibt in dieser Familie. Im Gegensatz dazu ist die Beziehung zu seiner Tochter Luna viel unsicherer und distanzierter – gerade jetzt in Lunas spätpubertierender Phase. Das liegt daran, und so würde Jens es tatsächlich manchmal beschreiben, dass Luna vor allem Flos Projekt ist. Der große Reiz unserer Zeitreiseerzählung und auch besonders für die Rolle Jens liegt in der Möglichkeit, hier einmal zeigen zu können, wie eine Figur durch eine Veränderung des Verhaltens einer anderen Figur in derselben Situation plötzlich anders reagieren darf. Manchmal nur in Nuancen, manchmal aber auch mit starken, ganz neuen Facetten. Ein Spiel des „Was wäre, wenn…?“. Auch wenn wir feststellen, dass das Leben nicht nur aus Ursache und Wirkung besteht.

Würden Sie selbst den Dienst von „Plan B“ nutzen, wenn Sie die Chance hätten?

Das ist wohl die interessanteste Frage im Zusammenhang mit unserer Serie. Wenn wir es schaffen, dass der Zuschauer sich ebenfalls diese Frage stellt und Antworten diskutiert, haben wir viel erreicht. Jens würde wahrscheinlich diesen Dienst nicht in Anspruch nehmen. Und diese Ansicht teile ich mit Jens. Ich stelle mir jemanden, der diese Gelegenheit bekommt, als einen sehr einsamen Menschen vor. Und vor allem nicht so heiter wie vielleicht in „Groundhog Day“. Selbst wenn es das schmerzhafteste Schicksal ist, gegen das wir uns auflehnen wollen, haben wir als Menschen Grenzen. Diese zu akzeptieren, fällt uns oft enorm schwer. Und schon bei nahezu gottähnlichen technischen Möglichkeiten, die wir mittlerweile zur Verfügung haben, gibt es – meiner Meinung nach zu Recht – Diskussionen darüber, diese eben nicht zu nutzen, sondern aus ethischen Gründen genau darauf zu verzichten.

Es waren sicher herausfordernde Dreharbeiten – trotzdem: Welche Momente haben Sie als beglückend empfunden und erlebt?

Neben dem wirklich tollen Ensemble und unserer Regisseurin und unserem Regisseur habe ich als besonders beglückend unser Team empfunden und hierbei vor allem unsere Maskenbilderinnen, die bei unseren Zeitsprüngen in einer bewundernswerten Weise so souverän die Übersicht behalten haben und mit denen ich besonders gerne unsere zahlreichen Maskenzeiten verbracht habe.

 

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